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Zieltheorien

Online-Eintrag zitieren

Kleinbeck, U. (2020). Zieltheorien. In M. A. Wirtz (Hrsg.), Dorsch – Lexikon der Psychologie. Abgerufen am 22.01.2020, von https://m.portal.hogrefe.com/dorsch/zieltheorien/


Aus dem Buch zitieren

Kleinbeck, U. (2014). Zieltheorien. In M. A. Wirtz (Hrsg.), Dorsch – Lexikon der Psychologie (18. Aufl., S. 1703). Bern: Verlag Hogrefe Verlag.
Vorsicht: Dieser Eintrag wurde seit der letzten Buchpublikation online aktualisiert.

Prof. em. Dr. Uwe Kleinbeck

ehemals: Universität Dortmund Institut für Psychologie, Lehrstuhl für angwandte Organisationspsychologie
uwe.kleinbeck@t-online.de

Literatur

Kleinbeck, U. (2010). Handlungsziele. In J. Heckhausen & H. Heckhausen (Hrsg.), Motivation und Handeln (4. Aufl., S. 285–307). Heidelberg: Springer.

(= Zt.) [engl. goal(-setting) theories], [EM], zur Erklärung der Wirksamkeit von Zielen (= Z.) auf die Handlungssteuerung gibt es unterschiedliche Theorien. Einerseits werden die handlungsregulierenden Funktionen (Handlungsregulation) von Zielen erforscht und andererseits die Dimensionen (Merkmale), die sich zur Beschreibung von Z. eignen. Die Funktion der Z. im Handlungsprozess besteht in der Festlegung von persönlich erstrebenswerten Handlungsergebnissen in der kontinuierlichen Steuerung der zu ihrer Erreichung notwendigen Handlungsausführung und in der Bewertung des Handlungsergebnisses im Hinblick auf das angestrebte Z. Zu den häufig untersuchten Merkmalen von Z. gehört ihre Einbettung in eine Zielhierarchie. Deren Spitze bilden die sog. Oberz. (wie z. B. Menschlichkeit, Tugendhaftigkeit, Gerechtigkeit, Besonnenheit, Tapferkeit, Weisheit usw.), die Menschen in ihrem Leben erreichen wollen. Auf der Hierarchiestufe darunter finden sich Inhaltsklassen von Z., die auch als Motive bez. werden (z. B. Leistungsmotiv, Anschlussmotiv, Machtmotiv, Neugiermotiv, Aggressionsmotiv), denen dann konkrete Handlungsziele zugeordnet werden können. Die unterste Ebene bilden Z. für den Einsatz motorischer Aktionen (Motorik). Weitere Z.charakteristika sind ihre Spezifität, ihre Zeitperspektive und ihr unterschiedlicher Bewusstheitsgrad sowie ihre Komplexität. Die vielfach empir. belegte Zieltheorie von E. A. Locke erklärt vor allem die Wirkung von Zielen auf die Leistung. Demnach zeigen Menschen mit spezif. und gleichzeitig hohen Z. die besten Leistungen. Unterstützt wird die Wirksamkeit von Z. beim Handeln durch eine spezif. und regelmäßige Rückmeldung des akt. Leistungsstandes (Feedback). Andere Zt. unterscheiden Lernz. von Leistungsz. (Zielorientierung). Auf Lernz. hin orientierte Personen sehen ihre Leistungsvoraussetzungen als veränderbar an, nutzen deshalb Rückmeldungen als lernrelevante Information und orientieren sich an indiv. Bezugsnormen. Dahingegen schätzen Leistungszielorientierte ihre Leistungsvoraussetzungen als kaum veränderbar ein, akzeptieren Rückmeldungen nur im Erfolgsfall (Misserfolg ist bedrohlich, weil das Fehlen der erforderlichen Leistungsvoraussetzung als stabil erlebt wird) und orientieren sich an sozialen Bezugsnormen. Handlungsabläufe in Gruppen sind wie bei Einzelpersonen zielorientiert, wobei jedoch die Einzelz. der Gruppenmitglieder auf ein Gruppenziel hin ausgerichtet und untereinander so koordiniert werden müssen, dass eine erfolgreiche Z.erreichung möglich wird. Als Nutzanwendung der gewonnenen Erkenntnisse aus Theorien der Grundlagenforschung zur Z.entstehung und -wirkung sind anwendungsorientierte Maßnahmen entwickelt worden, mithilfe derer es gelingen kann, Z.vereinbarungsprozesse beim schulischen Lernen zu unterstützen, die Produktivität in Arbeitsorganisationen zu fördern und lernanregende und leistungssteigernde Methoden zu erarbeiten (wie z. B. das selbst gesteuerte Schülerlernen (Lernen, selbst gesteuertes), das Management by Objectives (MbO) und das partizipative Produktivitätsmanagement (partizipatives Produktivitätsmanagement, PPM)).


Autor/en

Uwe Kleinbeck

Literatur

Kleinbeck, U. (2010). Handlungsziele. In J. Heckhausen & H. Heckhausen (Hrsg.), Motivation und Handeln (4. Aufl., S. 285–307). Heidelberg: Springer.