Der DORSCH in der 19. Auflage: das Standardwerk der Psychologie!

Health belief model

Online-Eintrag zitieren

Krämer, L. (2020). Health belief model. In M. A. Wirtz (Hrsg.), Dorsch – Lexikon der Psychologie. Abgerufen am 27.02.2020, von https://m.portal.hogrefe.com/dorsch/health-belief-model/


Aus dem Buch zitieren

Krämer, L. (2014). Health belief model. In M. A. Wirtz (Hrsg.), Dorsch – Lexikon der Psychologie (18. Aufl., S. 681). Bern: Verlag Hogrefe Verlag.
Vorsicht: Dieser Eintrag wurde seit der letzten Buchpublikation online aktualisiert.

Dr. Lena Krämer

Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Institut für Psychologie, Abteilung für Rehabiliationspsychologie und Psychotherapie
kraemer@psychologie.uni-freiburg.de

Literatur

Becker, M. & Maiman, L. (1975). Sociobehavioral determinants of compliance with health and medical care recommendations. Medical Care, 13 (1), 10–24.

Rosenstock, I. M. (1966). Why people use health services. Milbank Memorial Fund Quarterly, 44, 94–127.

(= HBM) [engl.] Modell gesundheitlicher Überzeugungen, [GES], das HBM ist eines der ersten Modelle zur Erklärung und Vorhersage von Gesundheitsverhalten (Rosenstock, 1966). Gesundheitsverhalten im Sinne des HBM kann dabei die Aufnahme einer präventiven Maßnahme (z. B. Grippeschutzimpfung, Prävention von HIV, Hautkrebsprävention (Vorsorgeverhalten)) oder sonstiger med. Angebote sein (z. B. Befolgen von Behandlungsempfehlungen; Compliance). Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Person ein best. Gesundheitsverhalten ausführt, hängt laut HBM zum einen von der erlebten Bedrohung durch die betreffende Erkrankung ab, zum anderen von den Erwartungen an die präventive Maßnahme. Das Bedrohungserleben ist umso größer, je anfälliger sich die Person für die Erkrankung erlebt (z. B. Anfälligkeit für Grippeerkrankung; Vulnerabilität; Risikowahrnehmung) und je schwerwiegender sie die Erkrankung einschätzt (z. B. Grippe gegenüber leichter Erkältung). Die Erwartungen an die Maßnahme setzen sich zus. aus dem wahrgenommenen Nutzen (Kosten-Nutzen-Kalkulation, z. B. zuverlässiger Schutz vor einer Grippeinfektion) und den wahrgenommenen Barrieren, d. h. den wahrgenommenen Kosten der Maßnahme (z. B. finanzielle Kosten, Nebenwirkungen; Barrieren, gesundheitsbezogene). Die mentale Verrechnung des Bedrohungserlebens und der Erwartungen führt zu einer best. Wahrscheinlichkeit das Verhalten auszuüben. Zusätzlicher Einfluss auf die Prozesse geht von demografischen (z. B. Alter), psych. (z. B. Persönlichkeit), sozialen Faktoren (z. B. Gruppendruck) sowie spezif. Handlungsreizen aus (z. B. Impfkampagne am Arbeitsplatz). Mit dem HBM wurde bereits Mitte des 20. Jhd. ein Modell erarbeitet, das die Auswirkungen von gesundheitsbezogenen Wahrnehmungen (Wahrnehmung) und Überzeugungen (Überzeugungssystem) auf die Verhaltensausführung systematisch darstellt. Die Grundannahmen finden sich noch heute in vielen Theorien der Gesundheitsverhaltensänderung wieder (Schutzmotivation, Theorie der; health action process approach; Theorie des geplanten Verhaltens).


Health-Belief-Modell (nach Becker & Maiman, 1975)
Health-Belief-Modell (nach Becker & Maiman, 1975)


Autor/en

Lena Krämer

Literatur

Becker, M. & Maiman, L. (1975). Sociobehavioral determinants of compliance with health and medical care recommendations. Medical Care, 13 (1), 10–24.

Rosenstock, I. M. (1966). Why people use health services. Milbank Memorial Fund Quarterly, 44, 94–127.