Der DORSCH in der 18. Auflage: das Standardwerk der Psychologie!

Geschlechterstereotype

Online-Eintrag zitieren

Fleischmann, A. & Sieverding, M. (2019). Geschlechterstereotype. In M. A. Wirtz (Hrsg.), Dorsch – Lexikon der Psychologie. Abgerufen am 20.03.2019, von https://m.portal.hogrefe.com/dorsch/geschlechterstereotype/


Aus dem Buch zitieren

Fleischmann, A. & Sieverding, M. (2014). Geschlechterstereotype. In M. A. Wirtz (Hrsg.), Dorsch – Lexikon der Psychologie (18. Aufl., S. 625). Bern: Verlag Hogrefe Verlag.
Vorsicht: Dieser Eintrag wurde seit der letzten Buchpublikation online aktualisiert.

B. Sc. Alexandra Fleischmann

Wissenschaftliche Hilfskraft, Arbeitseinheit Genderforschung und Gesundheitspsychologie, Universität Heidelberg, Psychologisches Institut, Hauptstraße 47-51, D-69117 Heidelberg
Fleischmann@stud.uni-heidelberg.de

Prof. Dr. Monika Sieverding

Gender Studies & Health Psychology Universität Heidelberg, Institut für Psychology, Hauptstr. 47-51, D-69117 Heidelberg
monika.sieverding@psychologie.uni-heidelberg.de

Literatur

Prentice, D. A. & Carranza, E. (2002). What women should be, shouldn't be, are allowed to be, and don't have to be: The contents of prescriptive gender stereotypes. Psychology of Women Quarterly, 26, 269–281.

Deaux, K. & Major, B. (1987). Putting gender into context: An interactive model of gender-related behavior. Psychological Review, 94, 369–389.

(= G.) [engl. gender stereotypes, sex-role stereotypes], [PER, SOZ], G. sind Stereotype, die sich auf die soziale Kategorie Geschlecht beziehen. G. bestehen aus als wünschenswert angesehenen Attributen, die «der» Mann oder «die» Frau haben soll, je nach herrschendem Leitbild von Männlichkeit (Maskulinität) oder Weiblichkeit (Femininität). Daneben enthalten sie auch neg. Festlegungen, welche Attribute nicht entwickelt werden sollen. Die Attribute beinhalten vorwiegend Persönlichkeitseigenschaften (wie dominant oder sanft), daneben aber auch äußere Merkmale, Verhaltensweisen sowie Interessen. G. sind wie andere Stereotype auch einerseits deskriptiv, d.h., sie beschreiben, wie Männer und Frauen in einer best. Gesellschaft wahrgenommen werden, andererseits sind sie auch präskriptiv, d.h., sie def., wie Männer und Frauen sein sollten. Werden präskriptive G. verletzt, können Ablehnung oder soziale Sanktionen wie z.B. backlash folgen. G. sind eng mit Geschlechterrollen verknüpft, die Entstehung von G. wird u.a. mit der Sozialen Rollentheorie erklärt.



G. werden oft über Eigenschaftsfragebogen wie den Bem Sex Role Inventory (BSRI) oder den Personal Attributes Questionnaire (PAQ) erfasst. Ein alternativer Ansatz besteht darin, männliche und weibliche Prototypen oder Substereotype zu erfassen. G. können geschlechtsstereotypes Verhalten hervorrufen. Das Modell von Deaux & Major (1987) beschreibt, wie in der sozialen Interaktion die eigenen Stereotype, aber auch die des Gegenübers dazu führen, ob geschlechtsstereotyp gehandelt wird oder nicht. Auch Stereotype Threat kann dazu führen, dass Menschen geschlechtsstereotyp handeln und damit vorherrschende G. noch weiter verstärken. G. sind relativ robust und weisen auch kulturübergreifend große Ähnlichkeiten auf. Im Vergleich zum maskulinen G. hat sich das feminine G. im Laufe der Zeit stärker verändert; aufgrund der höheren Teilnahme von Frauen an der Arbeitswelt werden Frauen zunehmend auch maskuline Eigenschaften zugeschrieben.


Autor/en

Alexandra Fleischmann & Monika Sieverding

Literatur

Prentice, D. A. & Carranza, E. (2002). What women should be, shouldn't be, are allowed to be, and don't have to be: The contents of prescriptive gender stereotypes. Psychology of Women Quarterly, 26, 269–281.

Deaux, K. & Major, B. (1987). Putting gender into context: An interactive model of gender-related behavior. Psychological Review, 94, 369–389.